Air Liquide Verhaltenskodex für Lieferanten

In Übereinstimmung mit seinen Handlungsprinzipien, seinen Verhaltenskodizes und seiner Politik der sozialen und ökologischen Verantwortung erwartet Air Liquide von jedem seiner Lieferanten, Mutter- und Tochtergesellschaften oder verbundenen Unternehmen, sowie allen, die mit Air Liquide in Beziehung stehen, inklusive deren Belegschaften, Subunternehmern und anderen Dritten, dass sie die ethischen Grundsätze von Air Liquide wahren und darauf achten, dass dieser Verhaltenskodex von all ihren Mitarbeitern und Subunternehmern gewahrt wird.

 

  1. Achtung der Gesetze und der internationalen Regelungen

Die Lieferanten von Air Liquide verpflichten sich zur uneingeschränkten Achtung aller nationalen Gesetze und aller anwendbaren völkerrechtlichen Verträge über die Menschenrechte, die sozialen Rechte und die Arbeitsrechte, in Übereinstimmung mit dem Internationalen Arbeitsamt, der Ausfuhrkontrolle, der Sanktionen, insbesondere der internationalen Sanktionen, die von der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und den USA verhängt werden, der Kontrolle bestimmter Rohstoffe (*) sowie der gesamten anwendbaren Gesetzgebung zum Schutz der Umwelt.

(*): Der Lieferant sorgt insbesondere dafür, soweit wie möglich die Quelle zu identifizieren und die Kontrollkette bestimmter Erze wie Tantal, Zinn, Wolfram und Gold zu verfolgen, die bei der Herstellung der an Air Liquide gelieferten Produkte verwendet werden. Diese Kontrollmaßnahmen können Air Liquide auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

 

  1. Kinder- und Zwangsarbeit

Air Liquide duldet bei seinen Lieferanten keine Praktiken, die mit den in der UN-Kinderrechtskonvention (vom 20. November 1989) ausgedrückten Rechten unvereinbar sind. Für die Zulassung zur Beschäftigung oder zu geringfügiger Arbeit darf das Alter, zu dem die Schulpflicht je nach anwendbarem Recht endet (in der Regel 15 Jahre oder 14 Jahre, wenn dies das nationale Recht des jeweiligen Landes zulässt), nicht unterschritten werden. Zudem müssen alle jugendlichen Beschäftigten vor Arbeiten geschützt werden, die möglicherweise gefährlich sind oder ihre schulische Bildung stören oder die ihrer körperlichen, geistigen oder sozialen Gesundheit schaden können.

Air Liquide erwartet von seinen Lieferanten, dass sie jede Art von Zwangsarbeit und nicht freiwillig geleisteter Sträflingsarbeit untersagen. Alle Arbeiten, inklusive Überstunden, müssen auf freiwilliger Basis geleistet werden und den Arbeitnehmern muss es freistehen, mit angemessener Kündigungsfrist aus der Beschäftigung auszuscheiden.

 

  1. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

In Erwägung, dass alle Arbeitnehmer Anspruch auf eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung haben, die ihre persönliche Integrität nicht zu verletzen droht, verpflichten sich die Lieferanten von Air Liquide, die Gesetze und Regelungen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit ihrer Beschäftigten anzuwenden und die Sicherheit der Air-Liquide-Mitarbeiter an ihren Standorten zu gewährleisten. Die Lieferanten verpflichten sich zur Einführung und Wahrung einer Politik der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Jeder Lieferant verpflichtet sich insbesondere dazu, die Anzahl der Unfälle mit Arbeitsunterbrechung zu erfassen und sämtliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Unfallzahlen zu senken.

 

  1. Gleichbehandlung und Belästigungsprävention

In Übereinstimmung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und seinen ethischen Grundsätzen erwartet Air Liquide von seinen Lieferanten, dass sie ihren Mitarbeitern eine faire und gleichberechtigte Behandlung zukommen lassen, die deren Chancen auf Anerkennung und beruflichen Aufstieg wahren, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Glauben oder Behinderung und dass sie keine Form von Diskriminierung dulden.

Unabhängig von der jeweiligen Intention ist jede Form von Belästigung, ob mittelbar oder unmittelbar, körperlich oder verbal, untersagt. Air Liquide erwartet von seinen Lieferanten die Garantie, dass all ihre Mitarbeiter in einer Umgebung arbeiten können, in der sie keine Gefahr laufen, belästigt zu werden.

 

  1. Umweltschutz

Der Umweltschutz und der Erhalt der natürlichen Ressourcen, bei seiner eigenen Tätigkeit und bei seinen Kunden, zählen zu den Hauptprioritäten von Air Liquide. Daher ist es die Aufgabe jedes Lieferanten, durch die Achtung der Umweltschutzvorschriften zu den Anstrengungen und den Verpflichtungen von Air Liquide beizutragen. Folglich verpflichten sich die Lieferanten von Air Liquide, die natürlichen Ressourcen zu erhalten und ihre Geschäftstätigkeit so zu gestalten, dass sie keine oder so geringe negative Auswirkungen wie möglich auf die Umwelt hat. Hierzu werden sie sich darum bemühen, ihre Erzeugnisse und Dienstleistungen ständig dahingehend zu verbessern, dass sie noch umweltfreundlicher werden.

Die Lieferanten von Air Liquide verpflichten sich gegebenenfalls zur Messung ihrer atmosphärischen Emissionen an Treibhausgasen, flüchtigen organischen Verbindungen, Aerosolen, ätzenden Stoffen, Partikeln und allen Chemikalien, die die Ozonschicht schädigen. Die Lieferanten von Air Liquide verpflichten sich zur Erstellung eines Aktionsplans, der das Ziel hat, diese Schadstoffemissionen sowie ihren Wasser- und Energieverbrauch zu senken, alle chemischen und anderen Stoffe, die eine Gefahr für die Umwelt darstellen, zu behandeln und zu reduzieren, und ihre festen und/oder flüssigen Abfälle zu reduzieren und zu recyceln.

 

  1. Vermeiden von Interessenskonflikten

Die Mitarbeiter von Air Liquide sind angehalten, jede Situation zu vermeiden, aus der sich ein Konflikt zwischen ihren persönlichen Interessen und den Interessen von Air Liquide ergibt. Für einen Mitarbeiter kann die Tatsache, dass er gleichzeitig für einen Kunden, einen Lieferanten oder einen Wettbewerber tätig ist oder dass er an letzteren mittelbar oder unmittelbar in erheblichem Maß beteiligt ist, einen Interessenkonflikt darstellen. Air Liquide erwartet von seinen Lieferanten, dass sie diese Grundsätze bei ihrem Kontakt mit seinen Mitarbeitern in allen Punkten beachten.

 

  1. Korruptionsprävention

Es ist den Mitarbeitern von Air Liquide untersagt, an Privatpersonen oder Behördenvertreter in jedwedem Land unbillige Vorteile zu leisten, ihnen solche anzubieten oder zu gewähren, gleich in welcher Form, direkt oder durch einen Vermittler, mit dem Ziel, eine Vorzugsbehandlung zu erhalten oder den Ausgang einer Verhandlung zu beeinflussen, an der Air Liquide beteiligt ist.

Andererseits darf kein Mitarbeiter von Air Liquide von einem Lieferanten irgendeine Form von Vergütung annehmen oder diesem eine solche anbieten. Einzig Geschenke, Einladungen oder Vorteile, die Lieferanten gewährt oder von diesen erhalten werden, die ausschließlich zum Ziel haben, ihr Markenimage zu stärken und gute Geschäftsbeziehungen zu unterhalten, können angenommen werden. Ihr Wert muss symbolisch sein und den geltenden Handelsbräuchen entsprechen, die kein Gesetz oder keine Vorschrift des jeweiligen Landes verletzen.

Die Lieferanten von Air Liquide verpflichten sich, diese Grundsätze bei ihrem Kontakt mit den Air-Liquide-Mitarbeitern sowie mit ihren eigenen Subunternehmern einzuhalten.

 

  1. Schutz der Informationen

Air Liquide verlangt von seinen Lieferanten, die geltenden Vertraulichkeits- oder Geheimhaltungsvereinbarungen einzuhalten und die von Air Liquide übermittelten nicht öffentlichen Daten und Unterlagen strategischer, finanzieller, technischer oder kaufmännischer Natur zu schützen und vertraulich zu halten. Ebenso müssen die personenbezogenen und beruflichen Daten oder die Daten bezüglich des Privatlebens der Personen ausreichend geschützt werden, um ihre Verfälschung oder Verbreitung zu verhindern. Die Pflicht zur Vertraulichkeit ist ebenfalls auf die von den Partnern und Kunden von Air Liquide anvertrauten Informationen anwendbar. Diese Pflicht zur Vertraulichkeit besteht selbst bei Abbruch der Geschäftsbeziehungen zwischen dem Lieferanten und Air Liquide fort.

Die Lieferanten dürfen ausschließlich mit vorheriger, von Air Liquide erteilter schriftlicher Zustimmung ihre Zusammenarbeit mit Air Liquide bekannt machen oder die Marke AIR LIQUIDE benutzen. Liegt eine solche Zustimmung vor, müssen die Lieferanten dabei alle Anweisungen und Richtlinien einhalten. 

 

  1. Schutz der Güter und Ressourcen

Die Lieferanten von Air Liquide sind für den Schutz der ihnen von Air Liquide zur Verfügung gestellten Güter und Ressourcen wie Anlagen, Ausrüstung, Finanzmittel oder Bargeld verantwortlich. Diese Güter und Ressourcen müssen gemäß ihrem beruflichen Zweck und im von Air Liquide gesteckten Rahmen verwendet werden. Außer im Fall einer von Air Liquide erteilten ausdrücklichen Genehmigung dürfen sie zu keinem anderen Zweck verwendet werden. Schließlich muss jeder Lieferant die Güter und Ressourcen von Air Liquide vor jeder Art von Beschädigung, Beeinträchtigung, Betrug, Verlust oder Diebstahl schützen.

Air Liquide verlangt von jedem seiner Lieferanten insbesondere die Einhaltung aller geltenden nationalen Gesetze und völkerrechtlichen Verträge zum geistigen Eigentum sowie die Wahrung der Rechte des geistigen Eigentums von Air Liquide oder Dritter.

 

  1. Einhalten des Wettbewerbsrechts

Air Liquide verlangt von all seinen Lieferanten, dass sie sich streng an das Wettbewerbsrecht halten, das in den Ländern, in denen sie ihre Geschäftstätigkeit ausüben, anwendbar ist. Im Allgemeinen untersagt dies Absprachen oder Handlungen, die den Wettbewerb oder den Handel beschränken oder verzerren können. Verboten sind insbesondere Preisabsprachen, Angebotsabsprachen, die Aufteilung von Märkten, Gebieten oder Kunden unter Wettbewerbern sowie der Boykott oder die Ungleichbehandlung bestimmter Kunden oder Lieferanten ohne triftigen Grund. Der Austausch oder die Offenbarung sensibler Geschäftsinformationen bezüglich Wettbewerbern, Kunden oder Lieferanten ist verboten.

 

  1. Zugang zur Informationenkontrolle

Bei Ausschreibungen, Qualifikations- oder Leistungsbewertungsverfahren behält sich Air Liquide das Recht vor, die Anwendung der im vorliegenden Verhaltenskodex aufgeführten Regeln bei jedem Lieferanten gleich in welcher Form zu überprüfen und zu kontrollieren: Fragebogen, Audit durch Air Liquide oder einen Dritten. Air Liquide erwartet von seinen Lieferanten umfassende Informationen einschließlich des Zugangs zu ihren Unterlagen, insbesondere zu ihren Finanzunterlagen. Zudem erwartet Air Liquide von seinen Lieferanten, dass sie es über eventuelle Ausfuhr- oder Wiederausfuhrbeschränkungen ihrer Warenlieferungen oder Dienstleistungserbringungen informiert.