Wieso ist eine Außerklinische Beatmung wichtig?

September 30, 2021
Außerklinische Beatmung

Es gibt Erkrankungen, bei denen es zu einer unzureichenden Sauerstoffsättigung im Blut (Hypoxämie) kommt. Abgesehen davon, dass damit Beschwerden wie Atemnot, Schwäche und Erschöpfung verbunden sind, benötigen Betroffene oftmals Atemunterstützung und sind in Extremfällen ohne eine solche nicht in der Lage, eine ausreichende Atmungsfunktion aufrechtzuerhalten.

COPD

Eine der häufigsten Ursachen für die Hypoxämie ist die COPD (chronic obstructive pulmonary disease). COPD ist eine Sammelbezeichnung für chronische Lungenkrankheiten, die durch Husten und Atemprobleme gekennzeichnet sind. COPD wird umgangssprachlich gerne als "Raucherlunge" bezeichnet, doch können auch negative Umwelteinflüsse - vor allem durch verunreinigte Luft - oder lange andauernde Staubeinwirkung der Grund für das Entstehen der Krankheit sein.

Der infolge der COPD bestehende chronische Sauerstoffmangel führt bei Patienten zu Erschöpfungszuständen und Atemnot, oft schon bei der geringsten Belastung. Darüber hinaus können sich auch unangenehme Folgeerscheinungen einstellen, die vor allem das Herz-Kreislauf-System betreffen.

Wieso ist eine Außerklinische Beatmung wichtig?

Sauerstoffmangel kann gravierende Folgen haben. Meist stellen sich Müdigkeit und Abgeschlagenheit und ein Rückgang der allgemeinen Leistungsfähigkeit ein. Dies kann bis zu Atemnot und totaler Erschöpfung gehen. Die mangelnde Sauerstoffsättigung im Blut wirkt sich auch auf das Herz aus, denn die rechte Kammer transportiert eine erhöhte Blutmenge in die Lungenarterien, um den Mangel an Sauerstoff auszugleichen. Dies wiederum führt zu erhöhtem Lungendruck und einer Gefäßwandverdickung.

Leiden Patienten unter Beschwerden wie der COPD, ist oftmals eine Außerklinische Beatmung erforderlich. Damit wird eine ausreichende Atmungsarbeit maschinell unterstützt. Meist geht einer Außerklinischen Beatmung eine medikamentöse Behandlung voraus.

Ziel der Außerklinischen Beatmung ist es immer, die Sauerstoffsättigung im Blut auf ein normales Maß zu bringen. Dadurch erhöhen sich Belastungs- und Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Wohlbefinden steigen.
Atemmuskulatur und Herz werden entlastet, und die Lunge wird wieder besser durchblutet. Abgesehen von der kurzfristigen Verbesserung der Situation haben Studien gezeigt, dass eine regelmäßig durchgeführte Außerklinische Beatmung bei COPD Patienten zu einer Erhöhung der Lebenserwartung führen kann.

Wie erfolgt die Außerklinische Beatmung?

Am häufigsten erfolgt die Außerklinische Beatmung nicht-invasiv. Bei dieser Methode unterstützt eine druckdichte Atemmaske die Atmung mechanisch.

Die Außerklinische Beatmung kann im vertrauten Umfeld durchgeführt werden, allerdings ist es wichtig, dass eine permanente Begleitung durch den behandelnden Arzt erfolgt. In den meisten Fällen ist die Außerklinische Beatmung als Therapie lebenslang durchzuführen.

Im Normalfall genügt es, die Außerklinische Beatmung nur stundenweise durchzuführen, wobei dies tagsüber oder in der Nacht erfolgen kann. Konsequent angewendet, können Betroffene durch diese Art der Therapie auch deutlich an Mobilität gewinnen, denn die Beatmungsgeräte sind infolge eines starken technischen Fortschritts in den letzten Jahren sehr klein, leicht und damit gut transportabel geworden.

Zusammenfassend ergibt sich also, dass die Außerklinische Beatmung in vielen Fällen Personen, die von Sauerstoffarmut im Blut betroffen sind, wieder zu mehr Lebensfreude, Belastbarkeit, Ausdauer und Lebensqualität verhelfen kann. Studien legen nahe, dass diese Art der Behandlung auch die Lebenserwartung der Patienten erhöhen kann. Da die modernen Beatmungsgeräte klein, handlich und leicht sind, erlangen Patienten durch die Therapie ihre ansonsten sehr eingeschränkte Bewegungsfreiheit wieder.